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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Essproblem


Layura
31.03.2010, 23:28
Hallo Katzen,

ich denke, dass ich ein Problem habe.

Ich war schon immer eher dünn und schlaksig, als kleines Mädchen schon, mal war es etwas besser, mal etwas schlechter. Insgesamt haben die Proportionen dann aber doch immer gestimmt, bin halt eher "schmal", manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger.

Es ist trotzdem so, dass ich zu dünn bin. Obwohl ich vom BMI wenig halte ist glaube ich 16-17 nicht besonders gut und ansehnlich ist es teilweise auch nicht mehr. 34 ist oft zu groß. Es ist nicht so, dass ich bewusst versuche abzunehmen oder mein Gewicht zu halten, es ist mir viel mehr egal, bzw. nervt mich (ich vermeide z.B auch keine kalorienreiche/fettreiche Nahrung). Es bedeutet Arbeit, Anstrengung.

Ich esse nicht gerne. Essen an sich ist für mich eine Notwendigkeit - ich weiß, dass ich essen muss, Nährstoffe brauche, etc. - aber nicht unbedingt eine Freude. Das fängt beim Zubereiten des Essens an, was mich EXTREM nervt, selbst wenn es nur darum geht ein Toast zu machen. Ich bin dabei ungeduldig, schiebe es auf, kürze ab wo es geht und esse deswegen auch extrem viel Tiefkühlzeug und eben alles was fertig ist. Manchmal überwinde ich mich was "Normales zuzubereiten", das ist aber immer ein enormer Willens- und Kraftakt, den ich nur in absoluten Hoch- und Energiephasen vollbringe.

Dazu kommt, dass mir immer sofort jede Art von Stress und Spannung auf den Appetit und den Hunger schlägt. Während andere in Stressphasen erst recht zuschlagen, kriege ich einfach KEINEN Bissen runter, was natürlich nicht nur ungesund, sondern auch gefährlich ist.

NOCH dazu kommt, dass ich kein Fleisch und auch keinen Fisch esse, noch nie. Also das ist auch keine Option.

Die letzten 1-2 Wochen habe ich jetzt noch mehr abgenommen.

Ich suche eine Lösung für das Problem, die mich nicht von Anfang an überfordert und demotiviert und mir langfristig hilft dafür zu sorgen, dass ich ein gesundes Gewicht erreichen kann. Kann jemand mich verstehen und mir einen konstruktiven Rat geben, die Situation zu meistern? ich bin für Tips aller Art dankbar, so lange sie hilfreich sein könnten.

Ich bitte darum auf alle Kommentare zu verzichten, die nicht dazu beitragen etwas zu verändern und mich nur auf das Offensichtliche und Bekannte hinweisen (dass es ungesund, gefährlich, unästethisch, etc. ist). Danke!

Hearts_and_Minds
01.04.2010, 01:15
Zuerst einmal: Das kenne ich in gewissem Maße. Ich war schon immer ein großer Schlacks (ektomorpher Körperbau) und hab mich auch immer gewundert, warum ich nicht zunehme, weder Muskeln noch Bauch. Das kann sich aber ändern, nach vier Jahren Fitnessstudio hab ich jetzt fast 20kg mehr drauf - im positiven Sinne. Wenn ich richtig gegessen & trainiert hätte, mehr & schneller.

Also: Mehr Essen und mehr Sport machen. Sport macht hungrig und der Körper signalisiert Dir, was er braucht. Und Sport verhindert, dass Du das Essen nur als Fett ansetzt. Denn was Du brauchst sind vor allem Muskeln und nur wenig Fett. Allein schon aus dem Grund, weil Du anscheinend auch gar nicht weißt, wo Du Fett ansetzen wirst. Fett verteilt sich nicht bei jeder Frau gleichmäßig - und Du möchtest doch sicher keine dünnen Ärmchen auf einem dicken Hintern und dicken Beinen haben, oder umgekehrt. Siehst Du. Deswegen: Sport. Anstrengenden Sport. Joggen, Badminton, Yoga, Pilates usw. zählen nicht dazu, denn da baust Du kaum Muskeln auf.

Mehr Essen heißt: Zu Deinen normalen Mahlzeiten zusätzlich noch mehr essen. Keine Mahlzeit ausfallen lassen.

Zusätzlich zu den Mahlzeiten:

Mehr Milch trinken. Im PUF-Fitness-Forum wird den Jungs, die dünn & schlacksig sind, immer empfohlen, GOMAD zu machen (google mal danach). Klingt verrückt, mit Sport hilft das aber. Wenn Dir das zu crazy ist, ziel halt auf etwas geringere Mengen ab. Aber zwei, drei Monate lang jeden Tag ein, zwei Liter Milch zusätzlich (!!) zum Essen, das kostet kaum Geld, muss man nicht zubereiten, kann man immer dabei haben: praktisch!

Mehr Nüsse essen. Eine kleine Tüte Nüsse kann locker mal 700kcal enthalten - und dazu jede Menge Eiweiß. Abends öfters mal eine halbe Tüte Nüsse beim Fernsehen wegputzen.

Mehr Quark essen. Nicht das Fertigzeugs aus dem Supermarkt. Ein halbes Kilo Magerquark, dazu ein Becher Sahne, etwas Milch und ein Haufen Obst (meinetwegen auch aus der Dose) durch den Mixer schicken, fertig. Davon dann 2x die Hälfte abends nach dem Essen zum Nachtisch.

(Und ab und zu noch einen Döner als 4te Mahlzeit! :dance:)

Aufwand sparen: Für ca. vier Leute eine wirklich große & leckere Portion Essen kochen und das dann über zwei Tage hinweg alleine aufessen. Weniger Aufwand, mehr Druck zum Essen.

Und: Weg von der Einstellung "Essen ist Treibstoff, den ich einfüllen muss um weiterarbeiten zu können" hin zu der Einstellung "Essen ist ein Genuß, den ich mir jeden Tag aufs Neue gönnen kann!" Vielleicht auch einfach einmal anfangen bewusster und langsamer zu essen, Dich dabei aufs Essen zu konzentrieren und genau hinzuschmecken. Ungefähr so: http://www.youtube.com/watch?v=kfV8NUiUz60&feature=related
Zudem Kochen als Kunst ansehen, als Sport, als kreatives Freizeitvergnügen. Mit jeder zubereiteten Mahlzeit kannst Du ein neues Gericht lernen, zuerst arbeitest Du ein paar Rezepte durch, "kochen nach Zahlen" sozusagend, bis Du irgendwann so richtig "freestylen" kannst! :cool:

LG,
H.

Lady
01.04.2010, 01:42
Es ist nicht so, dass ich bewusst versuche abzunehmen oder mein Gewicht zu halten, es ist mir viel mehr egal, bzw. nervt mich (ich vermeide z.B auch keine kalorienreiche/fettreiche Nahrung). Es bedeutet Arbeit, Anstrengung.Was genau bedeutet denn Arbeit?
Das Gewicht zu halten, oder zuzunehmen?
Denn halten tust du dein Gewicht ja eigentlich schon....

Ich esse nicht gerne. Essen an sich ist für mich eine Notwendigkeit - ich weiß, dass ich essen muss, Nährstoffe brauche, etc. - aber nicht unbedingt eine Freude. Das fängt beim Zubereiten des Essens an, was mich EXTREM nervt, selbst wenn es nur darum geht ein Toast zu machen. Ich bin dabei ungeduldig, schiebe es auf, kürze ab wo es geht und esse deswegen auch extrem viel Tiefkühlzeug und eben alles was fertig ist. Manchmal überwinde ich mich was "Normales zuzubereiten", das ist aber immer ein enormer Willens- und Kraftakt, den ich nur in absoluten Hoch- und Energiephasen vollbringe.Ok, es ist also das Essen bzw. das sich Befassen mit dem Essen, das die Arbeit bedeutet.
Dazu kommt, dass mir immer sofort jede Art von Stress und Spannung auf den Appetit und den Hunger schlägt. Während andere in Stressphasen erst recht zuschlagen, kriege ich einfach KEINEN Bissen runter, was natürlich nicht nur ungesund, sondern auch gefährlich ist.Du vergisst bzw. verdrängst das Essen also auch schonmal in stressfreien Phasen. Bei Stress fällst du noch mehr in dieses Muster.
Das kann aber nur bedeuten, dass du mittlerweile ein sehr schlechtes Gespür für dein Hungerfühl hast und dieses daher auch sehr leicht unterdrücken kannst.
Von daher würde ich genau hier ansetzen.

Man könnte dir natürlich jetzt auch das empfehlen, was das Gesundheitsministerium, die Ernährungswissenschaftler und die ganzen tollen Ratgeber ständig predigen. Von wegen 5 kleine Mahlzeiten am Tag und diese bitte ohne Zucker, ohne Fett, und ohne alles.
Oder das was die Jungs drüben im Forum sich gegenseitig erzählen und dann Photos von 6 Burgern ohne Brötchen posten. Es mag ja sein, dass man dadurch an Gewicht zulegen kann, aber wenn einen schon beim Anblick von dem Zeugs bzw. vom Lesen der Threads der Ekel packt, dann kann es das ja wohl nicht sein. ;)

Also fällt das alles schonmal weg.
Ich kenne dein Problem übrigens ziemlich genau. Und wenn mir irgendwer das eben genannte geraten hat, habe ich nur den Kopf geschüttelt und gedacht, dass der oder die ja mal so gar nichts kapiert hat.

Wenn dein Problem darin besteht, dich mit dem Essen zu befassen und du dadurch sogar dein Hungergefühl verloren hast, dann bringt es in diesem Moment nichts, dir auch noch zu raten dich ab jetzt eingehend damit zu befassen. Alles zu seiner Zeit.

Dein Motto sollte also erstmal sein, deine Beschäftigung mit dem Essen auf einem für dich erträglichen Level zu halten.
Denn nur wenn das gegeben ist, wirst du es auch schaffen dein Hungergefühl eben nicht zu ignorieren, sondern gleich zu reagieren und etwas zu essen.
Wenn die Tiefkühlkost dir zusagt weil sie schnell geht, dann bleib dabei.
Tiefkühlkost ist nicht per se schlecht. Was nicht so der Bringer ist, sind die tiefgekühlten Fertiggerichte. Aber selber vorgekocht und portioniert eingefroren ist was anderes. Wenn man Mami dazu bringen kann vorzukochen ist es gleich 2mal was anderes. ;)
In der Kantine/Mensa essen ist ebenfalls eine Option. Gekaufte Brötchen sind auch nicht schlechter als selbst Belegte. Wenn alle Stricke reissen tut es auch noch der Pizzadienst. Usw. usf. Du verstehst was ich meine.
Wenn du es nicht schaffst dich zum Essen an den Tisch zu setzen, weil du dich dann ausschliesslich mit dem Essen befasst, dann iss vor dem Fernseher, telefoniere währenddessen, etc.
Dadurch kannst du nämlich wieder lernen zu essen wann du solltest und du isst dazu noch was du möchtest.
Das ist nämlich auch noch so ein Punkt. Wenn man irgendwas isst, was einem nicht schmeckt, dann kann man es auch gleich bleibenlassen. Denn das fördert die negative Einstellung zum Essen nur noch. Das ist zumindest meine Meinung.

Und noch etwas:
Wenn man sich an meine komischen Ernährungsvorschläge hält, dann richtet das Alter das Problem irgendwann von selbst. Sogar meist schneller als einem lieb ist :)

EDIT:
Na, H&M und ich sind uns ja mal wieder sehr einig. :D
Aber zwei, drei Monate lang jeden Tag ein, zwei Liter Milch zusätzlich (!!) zum Essen,Irgs, genau sowas meinte ich ;)

MrJack
01.04.2010, 07:50
Gut und gerne Essen und das Zubereiten von Essen zu geniesen ist ein wichtiges Stück Lebensfreude.

Wenn jemand dafür keinen Sinn mehr hat hat das Ursachen. Jedenfalls klingen solche Formulierungen für mich fast nach chronischer Depression, Burnout oder latente Magersucht. Beides Kann den Appetit unterbewusst killen.


Was man aber klar sagen muss. Man dressiert sich mit der Zeit selbst. Sprich, wenn du weisst du isst zu wenig. Dann musst du dich auch mal eine Zeit lang etwas zwingen. Der Körper ist ein Gewohnheitstier. Ich habe als Kind nie gegessen und war sehr dürr. Seid ich so 18 wurde esse ich wie ein Mähdrescher. Und werde nicht mehr als "dünn", sondern als "sportlich, trainiert" wahrgenommen. Geändert hat sich das irgendwann mit 17-19 Jahren.

Während ich früher schnell satt war und wie gesagt "dürr", nie den Teller leer aß. So esse ich nun ca das 3 Fache meiner Mitmenschen pro Mahlzeit. Sprich es ist einfach eine Sache der Gewöhnung. Und eine des Sports.

Wenn Dinge auf den Appetit schlagen ist es meistens etwas Psychologisches (Ich kenns nur von Liebeskummer, dass ich buchstäblich kein Appetit habe!) oder eben Selbstkonditionierung (schon immer wenig gegessen). Was ich auch bemerkte. In Zeiten in denen ich viel arbeite und Stress habe. zB. 12 Stunden im Büro bin oder sonst was. Neige ich auch dazu teilweise keine Mittagspause zu machen und dann nix zu essen. Das muss man unterbinden indem man sich was mitnimmt oder zum Beispiel etwas ins Büro kommen lässt. Aber ich ess dann auf der Heimfahrt vom Büro auch schon mal 8 Cheeseburger, wenn ich den ganzen Tag vorher nix aß *G*


Und dann sollten zuerst mal medizinische Gründe für Untergewicht/Appetitlosigkeit abgeklärt werden. Homonstatus, Blutbild, Schilddrüse etc...
Sprich dein erster Ansprechpartner is dein Hausarzt.


BTW:

Ohne Fleisch un Fisch würd mir auch kaum was schmecken :)

mystique
01.04.2010, 09:20
Liebe Layura,

bitte geh als allererstes zu deinem Hausarzt! Der soll erstmal abchecken, wie es momentan deinen Körper geht und kann mit dir zusammen weiter besprechen, wie du weiter vorgehen kannst. Vielleicht wäre es auch sinnvoll eine Ernährungsberaterin miteinzuschalten. Danach kannst du immer noch versuchen, die Tipps hier umzusetzen.

Viel Glück

sommernachtstrauma
01.04.2010, 11:36
Ich glaub immer zu bestimmten Zeiten essen könnte auch helfen, weil dann stellt sich der Körper so drauf ein, dass man zu diesen Zeiten auch Hunger hat.
Achso, dass mit dem Arzt würde ich auch empfehlen bevor du mit Sport anfängst. Hatte mal ne Freundin die schon ganz zierlich war und trotz essen noch abgenommen hat und der wurde vom Hausarzt Sport strengstens untersagt.

Layura
02.04.2010, 23:55
Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt. Ihr habt mir echt geholfen, vor allem, weil ihr mich motiviert.

Ich denke, dass es vor allem ein Problem der Disziplin und Gewohnheit ist, was sich schon seeeeehr lange entwickelt hat. Gestern habe ich mit 2000kcal angefangen und ich versuche, das durchzuhalten. Erstmal alles rein, egal wie und wann und wo und wenn das läuft, dann kann ich anfangen zu selektieren, nach so netten special effects wie "Gesundheit" :)

Mich haben schon viele Ärzte gesehen und was die sagen ist: Gene, guter Stoffwechsel, Pubertät, etc. Hat bisher keiner ernst genommen. Bin ja auch nicht kurz vorm Hungertod, sondern einfach dünn :)

Journey
03.04.2010, 11:25
Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt. Ihr habt mir echt geholfen, vor allem, weil ihr mich motiviert.

Ich denke, dass es vor allem ein Problem der Disziplin und Gewohnheit ist, was sich schon seeeeehr lange entwickelt hat. Gestern habe ich mit 2000kcal angefangen und ich versuche, das durchzuhalten. Erstmal alles rein, egal wie und wann und wo und wenn das läuft, dann kann ich anfangen zu selektieren, nach so netten special effects wie "Gesundheit" :)

Mich haben schon viele Ärzte gesehen und was die sagen ist: Gene, guter Stoffwechsel, Pubertät, etc. Hat bisher keiner ernst genommen. Bin ja auch nicht kurz vorm Hungertod, sondern einfach dünn :)


Bist du Veganerin?

Layura
03.04.2010, 19:05
vegetarierin!

Lia
04.04.2010, 03:55
Hallo Layura

Ich habe gerade bei mir mit Affirmationen begonnen.
Vielleicht wäre das ja auch noch eine Unterstützung, bei deinem Plan.
Möglicherweise können sie dir dabei helfen, Essen in Zukunft als etwas Positives zu sehen.
Ich dachte an sowas wie: Ich freue mich auf die nächste Mahlzeit.

Was meint ihr Anderen?
Können Affirmationen auch in diesem Fall unterstützend wirken?

Wenn man morgens ein Glas Orangensaft trinkt, soll sich das positiv auf den Hunger auswirken.
Versuchs doch mal, am besten direkt nach dem Aufstehen, dann hast du, während du dich fertig machst Zeit Hunger zu entwickeln
und vielleicht mehr Lust zu frühstücken.

Viel Erfolg
Lia :)

...

Journey
20.04.2010, 14:18
vegetarierin!

Okay.

Ich habe auch im Thread gelesen, das du Essen nur als Nahrungsaufnahme sieht, weil du es brauchst.

War das bei dir schon immer so?


Essen, es zu zubereiten ist erfahren mit allen Sinnen.

Wenn du eine Buchempfehlung möchtest für Tipps, dann gib mir Bescheid.


Gerade wenn du Vegetarierin bist, ist die Qualität der Nahrungsmittel vorrangig, wie
geht es dir beim einkaufen dieser Lebensmittel?



Gruss!
Journey