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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wenn Frau Mann nur für Sex will


Gilda
22.05.2009, 14:04
Hallo Cats,

hatte gestern eine Diskussion mit zwei guten männlichen Freuden über die Frage: "Wenn eine Frau einen Mann nur für Sex will", die sehr kontrovers verlief. Ursprung dieser Frage war eine Unterhaltung darüber, ob man sich diese ganzen subtilen Verführungs-Spielchen und um den heißen-Brei-Geschleiche nicht sparen kann/ sollte, wenn Frau und Mann eh das gleiche wollen: Eine sexuelle Affäre.

Freund Nr. 1 meinte: Na, die Frau würde ich aber gerne sehen, die das ganze Romantik- und persönliche Wertschätzungsgedöns nicht braucht!

Freund Nr. 2 meinte: Das ist doch oft nur ein Klischee, dass Männer so einfach ticken und nur auf Sex aus sind. Natürlich wollen Männer (ob Affäre oder feste Beziehung) auch ein Maß an Wertschätzung und (geistigem) Anspruch haben. Selbst in Affären laufen Männer genauso oft Gefahr, mehr zu wollen, als nur Sex auf Abruf. Und Männer wollen sich genauso wenig benutzt fühlen, wie Frauen.

Aha. Was stimmt denn nun? Wenn man die ganzen Ratgeber, die hier auch immer mal wieder im Forum angeboten werden, liest, sind Männer doch eher so gepolt wie Freund Nr. 1 sie darstellt, oder?

Wer von euch hat in dieser Sache schon Erfahrungen gemacht oder kann sonst was dazu sagen?

Vielleicht wäre es noch wichtig zu erwähnen, dass ich mit den beiden schon seit Jahren gut befreudet bin, mit keinem etwas Intimes hatte, keiner von denen mich anbaggert und das ganze auf einer sehr platonischen und freundschaftlichen Ebene abläuft (nur damit jetzt keine Missverständisse auftauchen, dass einer von beiden durch die "richtige" Antwort bei mir "landen" wollte!) :)

Es dürfen auch gerne Männer antworten!!!

Grüße,

Gilda

Oylalia
22.05.2009, 15:44
Aha. Was stimmt denn nun?


Hi Gilda.
Ja, was stimmt denn nun? Schwarz oder weiß? Das Problem daran ist das ODER. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, es gibt beides und noch dazu viele Graustufen. Und eigentlich gibt es einen ganzen Regenbogen voller Farben, schwarz und weiß sind nur die Extrema.

Es gibt Frauen, die wollen nur Sex. Ohne den Schnickschnack drum rum.
Und es gibt Männer, die wollen nur Sex. Ohne den Schnickschnack drum rum.
Dann gibts bei beiden Geschlechtern welche, die wollen zwar keine feste Beziehung, sondern nur ne Affäre / FB, aber immerhin wollen sie mit der Person auch reden können und Spaß haben können.
Und dann gibts bei beiden Geschlechtern welche, die eine feste Beziehung mit allem drum herum wollen.

Und DANN gibts noch welche, die ne monogame Beziehung wollen, aber einfach nicht auf Romantik stehen... Und die ganzen anderen Graustufen und anderen Farben.

Und keine der Einstellungen ist falsch. Jeder hat das Recht, zu tun, was er will. Ich finde es allerdings auch blöd (vor allem verschwendete Energie) nem anderen Honig ums Maul zu schmieren und einen auf Romantik zu machen, wenn man nur ins Bett will. Darüber habe ich auch grad gestern mit ner Freundin geredet. Aber das kann man nur schlecht der Gesellschaft beibringen ;) Also muss man es seinem Gegenüber klar machen, wenn sich eine solche Situation ergibt.

Was ich aber außerdem nicht verstehe sind Leute, die nur eines davon kennen und die Existenz des anderen nicht wahrnehmen. Ich kann mich z.B. im PU-Forum einfach nicht zurück halten, wenn einer sagt "Also mir reichts, wenn ich poppen kann, mit der Frau reden muss ich nicht. Hauptsache sie sieht gut aus und hält den Mund" und derjenige noch nie erlebt hat, wie wunderbar es ist richtig ordentlich zu flirten. Nur Sex zu haben, ohne auf die "Qualität" des Gegenübers zu achten, ist Einstellungssache - jedem das Seine! Aber deshalb anzunehmen, dass es eine solche Qualität gar nicht geben KANN... ou ou ou :D

Soulcat
22.05.2009, 17:32
Wie Oylalia schon beschrieben hat, kommt es ganz auf die Person und ihre individuelle Einstellung an. Es gibt Männer die wollen nur Sex, genauso gibt es Männer die sehr romantisch sind und monogame LTRs vorziehen. Bei den Frauen ebenso.
Genau das macht das Zusammentreffen von Frau und Mann so spannend. Herauszufinden, was der andere will, wenn sich dann zwei finden die in die gleiche Richtung blicken - optimal.

Frauen, die ein Abenteuer suchen werden nicht um den heißen Brei herum reden.

Journey
23.05.2009, 09:21
Hey Gilda!

Es dürfen auch gerne Männer antworten!!!

Wenn du Fragen an Männer hast dann kannst du das explizit
im Menscorner tun, hierzu der Link!

http://www.pickup-cats.de/forumdisplay.php?f=23

Gruss!
Journey

allegro
01.06.2009, 11:51
Wer von euch hat in dieser Sache schon Erfahrungen gemacht oder kann sonst was dazu sagen?
[...]
Es dürfen auch gerne Männer antworten!!!

Hm ... okay. Mach ich mal (schreib aber das naechste Mal in das Maenner-Unterforum, bitte - sonst lese ich es wahrscheinlich nicht)!

Ich habe hier zunaechst einmal diese zwei Links:
http://www.catb.org/~esr/writings/promiscuity.html
http://www.psychologytoday.com/articles/pto-20070622-000002.xml
(Punkt 2 und insbesondere Punkt 3.)

Denk mal darueber nach, was es bedeutet, wenn ein Viertel der geborenen Kinder einen fremden Vater haben - beruecksichtige, dass nur ein Bruchteil aller sexuellen Begegnungen in einer Schwangerschaft enden und die meisten auch noch Verhuetungsmitteln einsetzen!

Davon ausgehend glaube ich, dass es Quatsch ist, dass Maenner eher auf "casual sex" (wie heisst das auf Deutsch?) aus sind und Frauen eben nicht. Ich glaube eher, das Umgekehrte ist der Fall: Die Mehrheit der Maenner wuerde in einer polygamen Gesellschaft leer ausgehen und strebt daher monogame Beziehungen an. Die Mehrheit der Frauen profitiert aber davon, mit den begehrenswertesten Maennern Kinder zu haben, damit diese ihrerseits im fortpflanzungsfaehigen Alter die besten Chancen haben. Die beste Strategie ist, zumindest unterbewusst mit solchen Maennern heimlich Sex zu wollen (und diesem Drang geben dann die meisten Frauen auch irgendwann nach).

Das muss natuerlich nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber diese Theorie erklaert zumindest alle Beobachtungen.

joblack
04.06.2009, 02:50
Das muss natuerlich nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber diese Theorie erklaert zumindest alle Beobachtungen.

Nach dem Buch 'Sperm Wars' von Kevin Baker (ein evolutionärbiologischer Forscher) tendieren Frauen zu einer Doppelstrategie. Fast den ganzen Monat suchen sie den Provider und innerhalb ihrer fruchtbaren Phase suchen sie nach den besten Genen (was ein mittellloser, aber gutaussehender Barmann sein kann).

So versuchen Frauen beide Welten zusammenzubekommen.

Wenn der Mann beides beinhaltet, hat sich auch nicht wirklich einen Grund. Des weiteren geben Frauen diesem Impuls nicht immer nach.

Nach der Triune Brain Theorie sprechen die zwei Gruppen auch unterschiedliche logische Gehirnregionen an. Das Reptilian Brain (zuständig für die 'Triebe') für kurzfristigen Sex und das Mammalian Brain (zuständig für die Gefühle).

Wenn nur das Reptilian Brain 'benutzt wird' dann gehts nur im Sex - in den anderen Fällen um mehr ... nur Mammalian Brain Übereinstimmungen ohne Reptilian Brain ergibt beispielsweise den 'guten Freund' ...

Force
04.06.2009, 18:28
Hi.

Ganz, ganz kurz vorneweg: ich bin kein "geschulter" PUA, kein Foren-Regular oder Ähnliches. Da ich aber bereits mehrere Affären der genannten Art hatte, mitunter auch in verschiedenen Variationen(sprich mal mehr reiner Sex, mal mehr Grauzone Sex/lockere Beziehung), wollte ich einfach mal meine persönliche Meinung(lies: keine Wissenschaft) und Erfahrung äußern.

Ursprung dieser Frage war eine Unterhaltung darüber, ob man sich diese ganzen subtilen Verführungs-Spielchen und um den heißen-Brei-Geschleiche nicht sparen kann/ sollte, wenn Frau und Mann eh das gleiche wollen: Eine sexuelle Affäre.

Meine Erfahrung zeigt, daß du wenn du von Anfang an ehrlich bist und egal ob Sex oder Beziehung ansprichst und thematisierst was du wirklich WILLST, und das auch auf eine gescheite/geschickte Art und Weise, dann kann anfangs erstmal nicht viel mehr passieren, als daß du entweder kriegst was du willst, oder eben ein neuer Kandidat gefunden werden muss.

Man kann auch schummeln:
Die simpelsten Varianten in dieser Art sind wenn man auch zB gezielt danach gesucht hat, sprich es zB über Kontaktseiten im Netz, wo gezielt erotische Partnerschaften im Vordergrund stehen gesucht werden(ich nenne hier jetzt keine Namen, weil sonst evtl. Werbung).
Je nach Niveau und Genre sind da dann nämlich auch keine "Kinder" und Affärenunfähige am Start, sondern Leute, die damit umgehen können, weil es auch Teil ihres Lebensstils ist.
Aber das ist Präselektion durch das im-Vornerein aussuchen eines bestimmten "Milieus" an Leuten.

Im Alltag / in der Wirklichkeit wird es schwieriger.
Wieso?
Das Problem ist: der Kompliziertheitsgrad hängt zu mehr % vom Betroffenen/der Betroffenen ab, als von sozialen Skills(also was man von seiner eigenen Seite selbst versucht zusammenzuschustern miteinander) wage ich zu behaupten.
Es gibt also mE kein stimmt oder stimmt nicht, sondern nur Individuen..

Was ich damit meine ist: wenn ich denke, daß ich langfristig eine Frau/einen Mann nur halten kann, wenn ich die Illusion einer Beziehung(sprich: nicht nur körperliche, sondern auch emotionale/seelische Ebene) vorgaukle, dann habe ich einen komplett anderen Sachverhalt als bei jemandem wo ich weiß okay, da nimmt mans sich nicht übel wenn man vorbeischaut, Sex hat, und danach wieder geht. Einfach weil es das ist, und auch genauso von beiden Seiten gewollt/besprochen ist.
Aber dafür muss der- und diejenige auch geeignet sein meiner Meinung nach. Vor allem vom Wertehorizont und der Selbstvorstellung.

Es ist kein Ding mit jedem/jeder irgendwie ins Bett zu kommen, auch wiederholt. Es ist aber durchaus eine Sache mit hoher Krisengefahr, wenn du einen Partner hast, der aus seinem/r Weltverständnis und Ich-Identität heraus "mehr braucht"(Gefühl, Bestätigung, usw). Klar, als PUA kann man das alles "bedienen", aber ungefähr da fängt man halt an zu manipulieren anstatt zu respektieren.
Je nach persönlicher Ethik kann man das so lange durchziehen wie man will, aber ich denke der Witz der Überlegung ursprünglich war ja, daß man eine gemeinsam gewollte Sex-Beziehung startet.

Andersrum: Es ist auch eine ganz schöne Verantwortung, daß Grenzen klar sind und man weiß, welche Tabus zu meiden sind.
Gemeint ist damit: du kannst gern verwutzte Sachen schreiben, sagen, machen, aber sobald du Verhaltensweisen und Gesten zeigst/einsetzt, die vom sozialen Verständnis her freundschaftlich-beziehungsmäßiger Natur sind, dann forderst du automatisch Reaktionen darauf heraus.
ZB: Sex-Geschenke mögen ja passen, aber sobalds individuell-passende Geschenke sind, überschreitet man quasi die Nur-Sex-Linie und bewegt sich in den Bereich "eigentliche Person" und das wird mE dann ruck-zuck gefährlich(oder ist schlicht und ergreifend unerwünscht und kann zur Beziehungsterminierung führen).
Es können auch Gesten sein, selbst die Art wie man jemand anschaut und streichelt birgt Risiken und Nebenwirkungen..und zu guter Letzt: die Oxytocin-Hormone bei jeglicher sexuellen Aktivität sollen ja auch nicht ohne sein :p
Aber ich komme glaube ich ein wenig vom Thema ab.

Man denkt sich ja fast: Oh weh, geht das also garnicht?
Doch, aber wie schon gesagt, du brauchst eben jemand, der von Übung, Kopf und Körper her so weit "reif" ist, daß er sich und seine Gefühle kennt und kontrollieren/beeinflussen kann.
Das doofe ist natürlich: viele behaupten das, aber wenige können es wirklich *g*

Ich war völlig perplex, als die (bildhübsche iÜ) Schwester eines Freundes mir offenbarte, daß ihre Sex-Beziehungen durchaus schon daran scheiterten, daß die Typen SIE dann zu toll fanden und mehr wollten.
Sie kann durchaus die sehr eiskalte Ego-Bitch sein - vielleicht funktioniert das Prinzip Alpha-Arschloch-Attraktion ja tatsächlich fatalerweise in beide Richtungen.
Ich kann für mich nur sagen: ich hätte kein Problem damit gehabt.

Aber das ist der Punkt, der bei dir auch schon angesprochen wurde: manche Männer habens genauso vom Ideal der romantischen Liebe und sind entsprechend anfällig, andere können x-hundert Frauen vögeln und nichts dabei vermissen. Aussagekräftige Kriterien und Eigenschaften zum Auseinanderhalten zu finden ist wahrscheinlich Teil einer in diesem Fall besonderen "Kalibration" ;P

Daß sowohl Frauen wie auch Männer dazu prinzipiell in der Lage sind, darüber besteht kein Zweifel. Meine Erfahrung ist(ich rede gerne, viel und offen mit Frauen), daß du WESENTLICH(!) weniger Männer mit "Sachen nebenbei" findest als Frauen.
Das sollte dem ersten Redner von dir erstmal ein wenig klarmachen, wies wirklich aussieht :P

Und zur zweiten Behauptung, daß Männer ja auch needy wären wie Sau(denn genau das ist es mE, wenn dein Selbstwertgefühl und deine Persönlichkeit von der Bestätigung einer Frau abhängt: Needyness), kann ich mich nur nochmal wiederholen: das müssen irgendwelche Beta-Symptome sein.
Ich kann rein rational und persönlich nicht nachvollziehen, wo genau der Nachteil an einer Sache ist, bei der eine Frau mir unkomplizierten, dazu am Ende noch regelmäßigen Sex anbietet.
Wenn ich was anderes WILL, dann NEHME ich eben auch was(bzw jemand) anderes und versuch nich irgendwie das so zu verbiegen.
Da wo ich weiß, was ich kriege, da erwarte ich auch nur das(siehe auch wieder Grenzen+Tabus), und wenn man mehr will, dann sollte man das auch wieder nicht zusammenpfuschen versuchen, sondern ansprechen und klären. Ich geh auch nicht zum Bäcker und versuch ihn auf einmal zu überzeugen wie noch viel leckerer es wäre, wenn er mir das Brötchen doch bitte auch gleich mit Wurst, Käse und Salat belegen und verkaufen würde.


Ich bin ein großer Fan vom explizit-machen von zwischenmenschlichen(und vor allen zwischengeschlechtlichen) Dingen - nur so gehts mE voran :P


Gruß zurück,

Force.

Journey
04.06.2009, 19:54
@ Force


Freund Nr. 1 meinte: Na, die Frau würde ich aber gerne sehen, die das ganze Romantik- und persönliche Wertschätzungsgedöns nicht braucht!

Freund Nr. 2 meinte: Das ist doch oft nur ein Klischee, dass Männer so einfach ticken und nur auf Sex aus sind. Natürlich wollen Männer (ob Affäre oder feste Beziehung) auch ein Maß an Wertschätzung und (geistigem) Anspruch haben. Selbst in Affären laufen Männer genauso oft Gefahr, mehr zu wollen, als nur Sex auf Abruf. Und Männer wollen sich genauso wenig benutzt fühlen, wie Frauen.


Hier geht es um eine allgemeine Frage , nicht eine im Speziellen.

Das heißt sie lebt das Beziehungsmodell nicht, sondern möchte Erfahrungen und Meinungen dazu.
Auch um die grunsätzliche Einstellung in der Verführungssituation.

Eine Hoch auf die feinen Unterschiede!

Journey

Gilda
05.06.2009, 10:34
Genau so ist es, Journey - sehr gut dargestellt!!!

Gruß,

Gilda