Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure Lieblingsgedichte
Zeit, um einen Thread für Gedichte ins Leben zu rufen. Postet hier eure Lieblinge, oder Gedichte an denen ihr euch orientiert habt und die euch vielleicht sogar weitergebracht haben.
Den Weg,
den du vor dir hast,
kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen,
wie du ihn gehen wirst.
Es ist dein Weg.
Unauswechselbar.
Du kannst dir Rat holen,
aber entscheiden musst du.
Hör auf die Stimme
deines inneren Lehrers.
Gott hat dich nicht allein gelassen.
Er redet in deinen Gedanken zu dir.
Vertraue ihm und dir.
Nimm dich an.
Sei du die, die du bist.
Sei du der, der du bist.
Erst dann fängst du an, zu werden,
was du sein möchtest.
Versteh deine Schwächen.
Erst dann kannst du mit ihnen arbeiten
und sie zu Stärken verwandeln.
Setz deine Stärken so ein,
dass du noch zerbrechlich bleibst.
Und niemand unnötig abschreckst.
Achte auf deine Unsicherheiten,
sie öffnen die Wege in neues Land.
Glaub,
dass du einen Beitrag zu geben hast.
Du wirst wahrscheinlich
den Kurs der Welt nicht verändern,
kein Held auf internationaler Szene sein.
Aber da, wo du bist,
wirst du als du gebraucht.
Es entsteht ein Loch,
wenn du weg bist.
Aber du musst es glauben
und dich auch so bewegen:
Nur wenn du du bist
leistet du einen wichtigen Beitrag.
Wenn du Rollen spielst
und tust, was alle tun
oder was man von dir verlangt,
dann fehlt niemand,
wenn du weg bist,
weil ein anderer die Rolle übernimmt.
Du bist mehr als deine Rolle.
Wer bist Du?
Was du erlebt hast,
hat dich geprägt
und dir deine unauswechselbare Sicht gegeben.
Die Entscheidungen,
die du getroffen hast,
haben Dir Wege geöffnet
und dafür andere verschlossen.
Die offenen Türen sind nur für dich.
Nur deine Unentschiedenheit wird sie schließen.
Deinen Beitrag zur Welt wird keiner leisten,
weil niemand die Welt so sieht wie du.
Niemand hat deine Fingerabdrücke.
Niemand hat deine Stimme.
Niemand sagt so „ich liebe dich“ wie du.
Niemand glaubt wie du.
Niemand denkt so ans Sterben wie du.
Niemand hat deine Geschichte.
Niemand spürt die gleiche Trauer,
das gleiche Glück
wie du.
Niemand ist wie du.
Niemand in deinem Land,
auf deinem Kontinent,
auf dem dritten Planeten dieses Sonnensystems,
in der Galaxie,
die wir die Milchstraße nennen.
Niemand,
weil du einmalig bist.
Einmalig ist auch dein Wille.
Du kannst etwas wollen. Du sagst ja!
Du willst etwas nicht. Du sagst Nein!
Das macht dich frei,
weil der Mensch frei ist,
der sich nicht von andern leben lässt.
Dein Wille macht dich reich.
Er ist der Schlüssel zum Leben,
den Gott in dich hineingelegt hat.
Mit ihm schließt du auf,
was auf dich wartet.
Du nimmst dein Leben in die Hand
und trägst die Verantwortung.
Gott fragt zurückhaltend: Was willst du?
Und zwingt dir seinen Willen nicht auf.
Du meintest dich zu kennen,
deine Haltungen und Träume.
Du warst bei dir zu Hause
und fühlst dich wohl.
Jetzt bricht etwas Neues in dir auf.
Du bist überrascht und verunsichert.
Dein Horizont wird weiter.
Ahnungen suchen dich heim.
Du kannst dich nicht mehr
an der Person festhalten,
die du einmal warst.
Weil du unterwegs bist,
gehört auch deine Veränderung zu dir.
Auch sie ist einmalig.
Du bist auch, was du wirst.
Manche wenden sich ab von dir,
weil du dich nicht nach dem „man sollte“
und „jeder tut das“ bewegst.
Du bist dir treu
und verlierst dadurch die,
die dich nur so lange annahmen,
wie du ihnen angenehm und passend warst.
Sie wollten nicht die Herausforderung
deiner inneren Stärke,
nicht die Verunsicherung,
die mit deiner Offenheit und Direktheit kam.
Sie wollen dich profillos.
Sie wollen dich grau und berechenbar.
Sie wollen Ruhe über alles
und darum müssen sie dich
links liegen lassen,
um sich selbst,
in ihre Dumpfheit zu retten.
Gott wendet sich dem einzelnen zu.
Er bewegt nicht die Massen,
sondern zielt auf dein Herz
in der Masse.
Er hat deinen Namen auf den Lippen.
Spürst du es in deinem Herzen?
Wenn er dich anspricht,
öffnen sich Wege.
Aber gehen musst du sie selbst.
Er geht sie nicht für dich.
Darum hat er dich mit einem Willen begabt.
Doch nur wenn du ihn einsetzt,
wirst du weiterfinden.
Er ist für dich
in deinem Wunsch nach Leben.
Er selbst ist das Leben.
Wenn du wirkliches Leben wünschst,
wünschst du damit Gott.
Einmalig zu sein
bringt auch Einsamsein mit sich.
Du spürst, dass niemand dich versteht.
Du sinkst auf den Grund in dir
wie ein Kiesel im kalten Bach.
Das ist der Preis.
Doch im Einsamsein wirst du reicher.
In den Stunden allein mit dir selbst
entdeckst du, wer du bist.
In den Schmerzen wirst du fester.
Das ist der Kampf.
Oder willst du lieber so tun,
als wärst du der Freund aller,
und dabei die Freundschaft
mit dir selber verlieren?
Sei dir treu.
Und vergiss nicht zu träumen,
dir eine Welt vorzustellen,
in der die Liebe mehr Platz hat,
in der die Hoffnung nicht aufhört
und der Friede die ganz tiefe Sehnsucht
aller Menschen ist.
Dass du träumen kannst,
ist eine Gabe.
Deine Energie wartet darauf,
vor deine Träume gespannt zu werden.
Setz dich ein für das,
was du glaubst.
So wie du deine Nachtträume bist,
so bist du auch deine Wachträume.
Niemand träumt wie du,
und niemand verwirklicht deine Träume
so wie du.
Der Druck nimmt zu.
Man will, dass du dich einordnest,
dich anpasst und mit der Masse spricht:
„Ich bin einer von euch
und habe keine eigene Identität“
Du weigerst dich,
und der Druck wächst weiter.
Der Preis steigt.
Du sollst eine Nummer sein,
eine verfügbare Statistik.
Hältst du durch?
Glaubst du an deine Einmaligkeit
und gehst du dem nach,
was du in dir als richtig empfindest?
Hast du die Energie, dich zu behaupten,
ohne dabei andere selbst zu erdrücken?
Auch deine Schmerzen und Ängste
sind ganz deine eigenen.
Niemand erlebt sie so wie du.
Doch durch sie wirst du verstehen,
warum andere so leiden.
In deinen Schmerzen und Ängsten
sind Möglichkeiten und Angebote,
die Tiefe des Lebens zu begreifen.
Du lebst nicht allein.
Sprachlos leiden viele um dich
und wünschen sich sehnlichst
die Stimme eines Menschen,
der sich selbst entdeckt hat
und etwas versteht von den Zusammenhängen
zwischen Leiden und Wachsen.
Geh in deine Schmerzen und Ängste.
Wenn du sie verstehst,
bist du andern ein Stück näher.
Wenn du bei dir bist
und dich wohl fühlst,
verträgst du die Eigenart anderer,
ihre so ganz eigene Sicht der Dinge.
Dann hältst du ihre Herausforderung aus.
Aber dann gibt es Tage
an denen du Angst vor dir selbst hast,
vor deinen übermächtigen Gefühlen,
deinen seltsamen Gedanken,
Angst vor der dunklen Zukunft
und der Macht der Vergangenheit.
Dann wirst du unsicher
und weißt nicht recht,
was du glaubst.
Dann leidest du
unter der Entschiedenheit anderer
und willst dich zurücknehmen.
Bleib bei dir,
bei deiner Schönheit und Herbheit,
bei deiner Freiheit und deinen Grenzen.
Nimm dich nicht von uns.
Wir brauchen dich, wie du bist.
Du, sei du - du.
(Ulrich Schaffer)
Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;
pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine einsammeln hat seine Zeit;
herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit;
behalten hat seine Zeit; wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit;
schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit; Friede hat seine Zeit.
Dich
Dich
dich sein lassen
ganz dich
Sehen
daß du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will
Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln
Dich dich sein lassen
ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wieviel
Vorbedacht und Verstand
sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
offener Sehnsucht nach allem -
nach allem
was du ist
Nach der Wärme
und nach der Kälte
nach der Güte
und nach dem Starrsinn
nach deinem Willen
und Unwillen
nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit
Unstetigkeit
Stetigkeit
Dann
ist dieses
dich dich sein lassen
vielleicht
gar nicht so schwer
(Erich Fried)
The Bride
27.02.2009, 09:56
An Anna Blume
Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
Auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ----- wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
Preisfrage:
1. Anna Blume hat ein Vogel,
2. Anna Blume ist rot.
3. Welche Farbe hat der Vogel?
Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir!
Das gehört beiläufig in die ---- Glutenkiste.
Anna Blume, Anna, A----N----N----A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten, wie von vorne:
A------N------N------A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich-------liebe-------Dir!
Am Bach, ganz nah am Wasserfall
erglänzt im Felsen ein Kristall,
der schaut von dort in guter Ruh
dem lut'gen spritz'gen Treiben zu.
Er selbst kann nicht so springen, hüpfen
beweglich durch die Ritzen schlüpfen.
Er trägt jedoch - im edlen Maß -
des Dreiecks Formen
klar wie Glas.
Hab ich in der Grundschule gelernt, leider finde ich es über Google nicht und kann deshalb nicht nachschauen, ob es so richtig ist.
severnaja
02.03.2009, 20:59
The Final Inspection
The soldier stood and faced God,
Which must always come to pass,
He hoped his shoes were shining,
Just as brightly as his brass.
"Step forward now, you soldier,
How shall I deal with you?
Have you always turned the other cheek?
To My Church have you been true?"
The soldier squared his shoulders and
said, "No, Lord, I guess I ain't,
Because those of us who carry guns,
Can't always be a saint.
I've had to work most Sundays,
And at times my talk was tough,
And sometimes I've been violent,
Because the world is awfully rough.
But, I never took a penny
That wasn't mine to keep...
Though I worked a lot of overtime
When the bills got just too steep,
And I never passed a cry for help,
Though at times I shook with fear,
And sometimes, God forgive me,
I've wept unmanly tears.
I know I don't deserve a place
Among the people here,
They never wanted me around,
Except to calm their fears.
If you've a place for me here, Lord,
It needn't be so grand,
I've never expected, or had much,
But if you don't, I'll understand."
There was a silence all around the throne,
Where the saints had often trod,
As the soldier waited quietly,
For the judgment of his God.
"Step forward now, you soldier,
You've borne your burdens well,
Walk peacefully on Heaven's streets,
You've done your time in Hell"
ich habs auf Englisch gelassen, die deutsche Version hört sich ungleich schlechter an :)
Wer Philomeles Herz zerspringen läßt
vor ewigem Liebesleid
der lügt
der lügt
Wie heißt das süße Lied der Nachtigal?
Es heißt
hau ab!
Hau ab!
In diesen Bäumen
bin
nur ich
nur ich
das Männchen!
LionessBlue
09.03.2009, 00:25
(Lied)
Du, der ichs nicht sage, dass ich bei Nacht
weinend liege,
deren Wesen mich müde macht
wie eine Wiege.
Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht
meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht
ohne zu stillen
in uns ertrügen?
- - - - -
Sieh dir die Liebenden an,
wenn erst das Bekennen begann,
wie bald sie lügen.
- - - - -
Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist dus, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest.
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest.
(R. M. Rilke)
Ist zwar mehr ein Geschichte, als ein Gedicht, aber ich denke das stört niemanden.
Die Vase
Einst stieß der Ellenbogen eines Einbrechers eine Keramikvase vom Tisch.
Die Vase fiel zu Boden und zersprang klirrend in tausend Scherben.
Da machte sich der Dieb schnell aus dem Staub. Vom Lärm geweckt,
betrat die Hausherrin die Küche und als die Frau die Splitter der Vase auf dem Boden liegen sah,
begann sie bitterlich zu weinen.
Die Vase hatte sie selbst aus Ton geformt, bemalt und in einem Ofen gebrannt.
Die Frau versuchte die Scherben wieder zusammen zu setzen,
aber die Bruchstücke wollten einfach nicht aneinander haften bleiben, so oft sie es auch versuchte.
Und mit jedem Tag an dem ihr das Zusammenfügen nicht gelang, weinte die sie ein paar Minuten länger.
Kein Sonnenaufgang, kein Vogelgezwitscher konnte ihr ein Lächeln entlocken.
Ihre Miene wurde starr und die Starre breitete sich über ihren ganzen Körper aus,
auf dass bald nur noch eine Statue im Raum stand, die auf einen Scherbenhaufen blickte.
Wochen, Monate, Jahre verstrichen, bis irgendwann ein Mann am Garten der Frau vorbei schlenderte,
in die Küche linste und eine seltsam lebensechte Statue darin erblickte.
Flink kletterte der Mann über den Zaun in den Garten. Er klopfte gegen das Glas der Schiebetür.
Er wartete eine Weile, doch niemand öffnete ihm. „Hallo? Ist da wer?“, fragte der Mann,
aber als ihm auch niemand antwortete, schob er die Tür auf und betrat die Küche.
Beim Betrachten der Statue bemerkte der Mann die unzähligen Scherben auf dem Tisch, auf die die Statue ihren Blick zu richten schien.
Der Mann entschwand nach draußen und kehrte nach einer Weile in die Küche zurück,
Spezialkleber in seiner Hand. Geduldig setzte er die Einzelteile der Vase wieder zusammen.
Scherben für Scherben. Der Mann war gerade fertig geworden, als sich die Statue bewegte.
Die Starre löste sich und mit ihr kehrten die Lebensgeister der Frau zurück.
„Danke. Tausend dank.“, sagte die Frau. „Du weißt gar nicht wie wertvoll deine Hände sind. Ohne dich wäre ich immer noch verloren. “
Er verstand erst nicht. „Verloren? Ich habe doch gar nicht viel gemacht! Bloß diese Vase zusammen gesetzt!“
„Ja, das hast du. Und diese Vase – ist meine Seele!“
sinnlich
16.08.2009, 02:35
Aus einem Roman, den ich vor ca. 17 Jahren gelesen habe (weiss den Titel leider nicht mehr):
Das Leben schmerzt in mir
wie Musik, die noch nicht erklungen
wie die Farben, die nur in meinem Geist leben
wie das Wort, das zittert, in der Seele des Dichters, dem niemand lauscht
eines Tages vielleicht - vielleicht schon morgen - wird Schweigen sein
Wir müssen auf die Stimme unserer Seele hören,
wenn wir gesunden wollen.
Letztlich sind wir hier,
weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange wir uns nicht selbst
in den Augen und Herzen
unserer Mitmenschen begegnen,
sind wir auf der Flucht.
Solange wir nicht erlauben
das unsere Mitmenschen
an unserem Innersten teilhaben,
gibt es keine Geborgenheit.
Solange wir fürchten
durchschaut zu werden,
können wir weder uns selbst
noch andere erkennen.
Solange bleiben wir allein.
Hildegard von Bingen
P.R.I.N.C.E.
09.02.2010, 12:37
Sometimes there is no calm,
Sometimes you find nothing,
Sometimes there is no tranquility,
Sometimes all the answers do not satisfy you,
Sometimes you do not find the real mission,
Sometimes you hate what you search for because you need it
and you know that sometimes you will never get it.
"Odiar es querer sin amar. Querer es luchar por aquello que se desea y odiar es no poder alcanzar por lo que se lucha..."
"Hating is to want without loving. Wanting is to fight for what you wish and to hate is not to be able to reach what you fight for..."
Andreas Caicedo - kolumbianischer Schriftsteller, beging mit 25 Jahren Selbstmord
Jorge Luis Borges :
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten.
Freilich hatte ich auch Momente der Freude.
Aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben.
Nur aus Augenblicken.
Vergiss nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst barfuß gehen.
Und ich würde mit mehr Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie... Ich bin 85 Jahre alt und weiß,
dass ich bald sterben werde.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
"Im Nebel", Hermann Hesse
für alle die ein geliebtes tier verloren haben
Die Regenbogenbrücke
Eine Brücke verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie “Brücke des Regenbogens”.
Auf dieser Seite des Regenbogens liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem schönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen, zu trinken und es ist warm - es ist schönes Frühlingswetter.
Die alten und kranken Tiere sind hier wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Es gibt nur eins, was sie vermissen:
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf Erden so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines innehält und aufsieht:
die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß!!!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt förmlich über die grüne Wiese. Die Pfoten tragen es schneller und immer schneller. Es hat Dich gesehen!!!
Und wenn Du und Dein spezieller Freund einander treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hälst ihn fest.
Dein Gesicht wird wieder und wieder geküsst , und Du schaust in die Augen Deines geliebten Tieres, das solange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, um nie wieder getrennt zu sein.
autor unbekannt
Die Insel
Weisst du noch, wie wir
im Winter auf die Insel kamen?
Das Meer hob uns
die Kälte hingegen
weisst du noch
unsere ersten Schritte auf der Insel
die Steine erkannten uns, die Regenfälle,
die Schreie des Windes in der Nacht
aber das Feuer war
unser einziger Freund
das Feuer sah wachsen unseren nackten Kuss,
bis er die weitesten Sterne berührte.
Weisst du noch,
wie du im Schatten schliefst,
wie er aus dir erwachte
der Traum,
aus deiner nackten Brust
zum Meer, zum Wind der Insel.
Der Frühling kam
bis an die Mauern unserer Insel
daran, Kletterpflanzen
flüsterten und ließen
uns dunkle Blätter
vor die Füße fallen.
Das Meer schimmerte wieder vor Klarheit,
die Nacht am Himmel zeigte ihre Lichter
und alle, riefen unsere Namen.
- Pablo Neruda
Mein schönstes Gedicht ?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.
- Mascha Kaléko
Und eins noch:
Vorbei
Die Zeit der großen Gesten ist vorbei
vom Öffnen Schließen sind die Arme müde
Willkomm und Abschied es ist einerlei
die Zeit der großen Gesten ist vorbei
Die Zeit der süßen Weine ist vorbei
das Paradies verkorkt.Wer aus mir trinkt
dem rinnt das Blut zu Blei
die Zeit der süßen Weine ist vorbei
Die Zeit der hohen Sockel ist vorbei
das Marmorbild verkalkt. Über die Adern
der Stirn wächst Gras wird Heu
die Zeit der hohen Sockel ist vorbei.
- Ulla Hahn
Worte
Worte haben mir Kraft genommen
Worte sind in Scharen gekommenn
Worte haben alles verdreht
haben Hass gesät
Darum gib mir lieber deine Hand
und lauf mit mir durch den kühlen Sand
Worte haben Streit entfacht
Worte haben Krieg gemacht
Worte braucht man viel zu viel
oh Worte verbergen oft das Gefühl
Darum schau mir lieber ins Gesicht
deine Augen verbergen mir die Wahrheit nicht
Worte ha'm schon vieles versprochen
Worte ha'm schon vieles zerbrochen
mit Worten wurde schon viel gespielt
mit Worten wurde zu tief gezielt
Darum nimm mich lieber in den Arm
und ich halt Dich fest und Du mich warm
Worte verstreun ein falsches Licht
Worte sagen dir die Wahrheit nicht
Worte sind wie Geschenkpapier
Worte haben keine Tür
Darum schau ich dich nur an und schweig
siehst du die Liebe, die ich dir zeig?
Eva S. Roth
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
Kein Gedicht, aber einer der besten Songtexte die ich kenne! (ausßerdem hat Rap ja sehr oft schon was poetisches)
Curse-Freiheit
Weil das Album eben “Freiheit” heißt,
werden viele mich fragen, was für mich Freiheit heißt.
Was für’n großes Gefühl.
Was für große Erwartungen, die ich fühl.
Was für große Verantwortung, was für ne große Bürde.
Zu beschreiben was für mich die Freiheit heißt, was für ne große Hürde.
Ich kann nur meinen kleinen Teil dazu beitragen.
Freiheit kann man nicht eingrenzen, Freiheit muss man ausatmen.
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit bedeutet sein wie ich bin, Freiheit heißt für mich Fehler machen wie’n Kind.
Und wenn’s sein muss, fall ich halt hin.
Doch ich steh wieder auf, Freiheit heißt zöger nicht, sondern lauf
Wenn du weißt was du willst, dann tu es, wenn nicht dann tust du es auch
Freiheit bedeutet frei sprechen, frei machen, frei bleiben
Mauern die, die Angst vom Versagen errichtet einreißen, Mut haben
Freiheit bedeutet auch zu enttäuschen, sich selbst zu erfüllen
anstatt die Erwartungen von anderen Leuten
Freiheit heißt auch Entscheidungen treffen
Freiheit heißt hin und wieder sich die Freiheit zu nehmen die Meinung zu wechseln
Freiheit heißt es macht manchmal auch Sinn,
dass meine Freiheit da enden muss, wo die Freiheit eines Anderen beginnt
Aber Freiheit darf niemals heißen: entsagen von unseren Rechten
Nach ihr zu leben, zu streben und frei über sie zu sprechen
Mit meinen Texten kann ich nur meinen kleinen Teil beitragen
Freiheit kann man nicht eindämmen, Freiheit muss man ausatmen
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, was für ein großes Wort, ich hab gehört, dass du grenzenlos bist
Trotzdem, kennen viele Menschen dich nicht, sie kämpfen für dich
Manche mit reden, schweigen und beten, andere mit Macheten
weil andere Perspektiven fehlen
Du bist für jeden was Anderes
Umso paradoxer ist es, wenn man Politiker um dich handeln lässt
Du bist das Recht, du bist das, was jeder verdient
niemand sollte um dich bitten müssen, nirgendwo, nie
Du bist so intim und persönlich, wie die innersten Wünsche und Träume
doch die verwirklichen nur wenige Leute
Manche glauben wirklich man könnte dich kaufen
andere laufen zehntausende Kilometer durch Wüstensand, weil sie an dich glauben
Migranten lassen ihr Land zurück nur für dich, in der Hoffnung auf dich
und manche finden dich trotzdem noch nicht
Manchmal opfer ich einen Teil von dir um andere zu haben
und manchmal muss ich mich trennen um dich mehr zu erfahren
denn du bist FREIHEIT
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Weil das Album eben “Freiheit” heißt
werden viele mich fragen, was für mich Freiheit heißt
Was für’n großes Gefühl
Was für große Erwartungen, die ich fühl
Was für ne große Verantwortung, was für ne große Bürde
Zu beschreiben was für mich die Freiheit heißt, was für ne große Hürde
Ich kann nur meinen kleinen Teil dazu beitragen
Freiheit kann man nicht eingrenzen, Freiheit muss man ausatmen
Die Liebe kam,
die Liebe nahm
gern hab ich gegeben.
Die Liebe schwand,
und in der Hand
hielt ich ein Stückchen Leben.
Wilhelm Tochtermann
Dekadenzkätzchen
14.05.2011, 16:16
Zwei, die ich selbst geschrieben habe. Nicht, weil sie perfekt sind, sondern weil sie mach daran erinnern, dass ich auf einer ewigen Suche nach mir selbst bin und mich dabei nie aufegeben darf.
42
Wenn der Wind dir in die Augen peitscht
Lass' ihn wehen, einfach wehen
Und er wegträgt, was du gerne hast
Lass' sie gehen, ohne Flehen
Hör nicht auf die Unwissenden
die mit ihren Regeln wedeln
die alles wissen
doch nichts verstehen
Vergiss nie, du bist frei geboren
und willst frei gehen - lass dich gehen
-----------------------------
[ohne Titel]
Irgendwo in Geheimschrift steht,
was mich befreit, was mich bewegt
Es wandelt sich und kommt und geht,
was mich befreit, was mich bewegt
es schmerzt
es kratzt,
verlangt
und lebt
was mich befreit, was mich bewegt
Wenn ich nur wüsste, wohin es geht
und wo diese Geheimschrift steht
dann wüsste ich, weshalb ich leb',
was mich befreit
und mein Herz bewegt.
Gretchen am Spinnrad aus Faust 1 von Goethe:
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.
Wo ich ihn nicht hab,
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.
Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Meiner armer Sinn
Ist mir zerstückt.
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.
Nach ihm nur schau ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh ich
Aus dem Haus.
Sein hoher Gang,
Sein edle Gestalt,
Seines Mundes Lächeln,
Seiner Augen Gewalt,
Und seiner Rede
Zauberfluß,
Sein Händedruck,
Und ach! sein Kuß!
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.
Mein Busen drängt
Sich nach ihm hin,
Ach dürft ich fassen
Und halten ihn,
Und küssen ihn,
So wie ich wollt,
An seinen Küssen
Vergehen sollt!
Ich habe es für einen Vortrag einstudiert und habe es immer mehr gemocht. Es ist sehr emotionsvoll und die Wechsel zwischen Verzweiflung, Schwärmeri und Sehnsucht ist toll!
ladydeath
18.07.2011, 14:54
Charles Bukowski- Dinosauria, We
Born like this
Into this
As the chalk faces smile
As Mrs. Death laughs
As the elevators break
As political landscapes dissolve
As the supermarket bag boy holds a college degree
As the oily fish spit out their oily prey
As the sun is masked
We are
Born like this
Into this
Into these carefully mad wars
Into the sight of broken factory windows of emptiness
Into bars where people no longer speak to each other
Into fist fights that end as shootings and knifings
Born into this
Into hospitals which are so expensive that it's cheaper to die
Into lawyers who charge so much it's cheaper to plead guilty
Into a country where the jails are full and the madhouses closed
Into a place where the masses elevate fools into rich heroes
Born into this
Walking and living through this
Dying because of this
Muted because of this
Castrated
Debauched
Disinherited
Because of this
Fooled by this
Used by this
Pissed on by this
Made crazy and sick by this
Made violent
Made inhuman
By this
The heart is blackened
The fingers reach for the throat
The gun
The knife
The bomb
The fingers reach toward an unresponsive god
The fingers reach for the bottle
The pill
The powder
We are born into this sorrowful deadliness
We are born into a government 60 years in debt
That soon will be unable to even pay the interest on that debt
And the banks will burn
Money will be useless
There will be open and unpunished murder in the streets
It will be guns and roving mobs
Land will be useless
Food will become a diminishing return
Nuclear power will be taken over by the many
Explosions will continually shake the earth
Radiated robot men will stalk each other
The rich and the chosen will watch from space platforms
Dante's Inferno will be made to look like a children's playground
The sun will not be seen and it will always be night
Trees will die
All vegetation will die
Radiated men will eat the flesh of radiated men
The sea will be poisoned
The lakes and rivers will vanish
Rain will be the new gold
The rotting bodies of men and animals will stink in the dark wind
The last few survivors will be overtaken by new and hideous diseases
And the space platforms will be destroyed by attrition
The petering out of supplies
The natural effect of general decay
And there will be the most beautiful silence never heard
Born out of that.
The sun still hidden there
Awaiting the next chapter.
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